Jungwirth Tripelhorn

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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon Peter » Mi 18. Okt 2017, 10:32

Ich möchte das Tripplehorn hier nicht bewerten.
Aber, an dem hier geschilderten Problem ist schon Gebr. Alexander mit seinem Modell 310 mehr oder weniger gescheitert.
Man muss meiner Meinung nach quer denken um zu Lösungen zu kommen: ich finde, man könnte das Problem des zweistufigen Daumenhebels lösen, in dem man sich einmal ein Harfenpedal anschaut . ein bequemer Daumenhebel, der durch eine leichte vertikale Verschiebung auf h-F B, oder B-F in einer blitzförmigen Schablone sich betätigen lässt, vielleicht sogar mit einem Feder Mechanismus b-F oder F-B der diese als Grundstellung belässt. Drücken minimal nach oben verschieben und schon bin ich auf der B-hoch f Schiene.
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon otto » Mi 18. Okt 2017, 17:50

Danke Peter für die Information. Du hast wirklich einen sehr großen Erfahrungsschatz im Bereich des Instrumentenbaus (anderes bestimmt auch). Das schätze ich sehr und würde Dich bitten das alles irgendwie in Form eines Buches, etc. niederzuschreiben.
Zum Ventil des Tripelhorns kann ich nur sagen, dass ich vor mehr als 25 Jahren schon mit Alexander darüber diskutiert habe. Ich hatte damals ein Ventil erfunden, das eben alle drei Stimmungen schalten kann und verschiedenen Hornherstellern angeboten. Es war für 3 Jahre am Dt. Patentamt "geschützt". Auch damals war es für Alexander das große Thema, die Schalthebel unabhängig von einander schalten zu können. Da auch das 310 das gleiche Problem wie mein Ventil besaß, bzw. besitzt, war Alexander an der Lösung sehr interessiert.
Aber auch nach einigen Wochen des "Nachdenkens" habe ich es auch nicht hinbekommen. Es ist bei meinem und dem geteilten Ventil des 310 so, dass es eine Mittelstellung (z.B. B Horn) gibt; dann wird auf -90° (z.B: F Hoch) und +90° (F Horn) geschalten. Meine Idee war es nun, nur einen Schalthebel, der nicht gedrückt auf Mittelstellung ist und gedrückt (-90°) oder mit dem Daumen gezogen (+90°) werden kann (der Daumen steckt in einem Ring, also keine Platte). Aber diese Lösung war nicht gewünscht, da es hieß, die Hornspieler wollen nur die Schalthebel drücken und nicht auch noch ziehen....
Also man sieht bis heute, dass diese Idee nicht mal wenigstens ausprobiert wurde, ob sie von den Spielern akzeptiert wird....
... "Manches braucht Zeit" ...

Soweit mal aus meinem "Nähkästchen".

Grüsse
otto
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon oppitz » Mi 18. Okt 2017, 18:12

otto hat geschrieben:Zum Ventil des Tripelhorns kann ich nur sagen, dass ich vor mehr als 25 Jahren schon mit Alexander darüber diskutiert habe. Ich hatte damals ein Ventil erfunden, das eben alle drei Stimmungen schalten kann und verschiedenen Hornherstellern angeboten. Es war für 3 Jahre am Dt. Patentamt "geschützt".


magst oder kannst es uns mal zeigen?

otto hat geschrieben: Auch damals war es für Alexander das große Thema, die Schalthebel unabhängig von einander schalten zu können. Da auch das 310 das gleiche Problem wie mein Ventil besaß, bzw. besitzt, war Alexander an der Lösung sehr interessiert.
Aber auch nach einigen Wochen des "Nachdenkens" habe ich es auch nicht hinbekommen. Es ist bei meinem und dem geteilten Ventil des 310 so, dass es eine Mittelstellung (z.B. B Horn) gibt; dann wird auf -90° (z.B: F Hoch) und +90° (F Horn) geschalten.


beim 310 kann man aber wohl F-B oder B-F Grundstellung einstellen (oder musste das bei er Bestellung fix angegeben werden)?
Bei meinem 308 ist es leider offiziell nicht umstellbar - und hier ist B definitiv in der Leerstellung. Das macht das Instrument für mich fast unbrauchbar (ausser bei sehr langsamen Stücken), sobald etwas Bewegung ist "verhaspele" ich mich mit dem Daumen...

otto hat geschrieben: Meine Idee war es nun, nur einen Schalthebel, der nicht gedrückt auf Mittelstellung ist und gedrückt (-90°) oder mit dem Daumen gezogen (+90°) werden kann (der Daumen steckt in einem Ring, also keine Platte). Aber diese Lösung war nicht gewünscht, da es hieß, die Hornspieler wollen nur die Schalthebel drücken und nicht auch noch ziehen....
Also man sieht bis heute, dass diese Idee nicht mal wenigstens ausprobiert wurde, ob sie von den Spielern akzeptiert wird....
... "Manches braucht Zeit" ...

Soweit mal aus meinem "Nähkästchen".


gute Frage... ausproboert hätte ich das bestimmt mal - aber auch das Konzept "Haufenpedal" ist spannend.

Ich baue gerade mit 3 Freunden mein 308 um -> obwohl das ja nicht geht :twisted: ... werde berichten...
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon otto » Mi 18. Okt 2017, 22:05

Hallo oppitz.
Es ist ja kein Geheimnis; und könnte von jedem genutzt, aber nicht mehr als Patent angemeldet werden.
In der Datenbank des Dt. Patentamtes ist es unter der Nummer DE000009209465U1 hinterlegt.
Dort im Recherchebereich in die Suchmaske eingeben.
Dort sind die Schutzansprüche und Zeichnungen (noch von Hand) hinterlegt.
Es war ja kein Patentschutz drauf', sondern ein Gebrauchsmuster...
Zu deinem Umbau vom 308. Ich "denk" auch mal darüber nach. Du möchtest welches Horn in der Grundstellung ?

Grüsse.
otto
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon oppitz » Do 19. Okt 2017, 09:23

otto hat geschrieben:Es ist ja kein Geheimnis; und könnte von jedem genutzt, aber nicht mehr als Patent angemeldet werden.
In der Datenbank des Dt. Patentamtes ist es unter der Nummer DE000009209465U1 hinterlegt.
Dort im Recherchebereich in die Suchmaske eingeben.
Dort sind die Schutzansprüche und Zeichnungen (noch von Hand) hinterlegt.
Es war ja kein Patentschutz drauf', sondern ein Gebrauchsmuster...


mal suchen... ob ich das finde...

otto hat geschrieben:Zu deinem Umbau vom 308. Ich "denk" auch mal darüber nach. Du möchtest welches Horn in der Grundstellung ?


Grundstellung F (statt B) drücken für B und hoch f.
Zudem werde ich die Hebel versuchen nebeneinander, statt übereinander anzuordnen, da ich kleine Hände und auch einen kurzen Daumen habe.
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon Peter » Do 19. Okt 2017, 15:23

Bei dem 310er Triple gab es noch eine blöde Sache: Man rutsche vom F-Horn über das hoch-f Horn,wenn man zum B-horn wollte. Das ergab immer unangenehme "Gluckser".
Ich bleibe dabei: Nur 1 Daumenhebel in einer "blitzförmigen" Schablone. 1. Ebene (ungedrückt) F-Horn, bis zur Schablonenmitte = B-Horn, jetzt ein wenig vertikal hochschieben, dann sind wir auf der 2. Ebene B-Horn Weiterdrücken bis hoch - f Horn
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon Wolfgang » Fr 20. Okt 2017, 14:37

Ja Peter, das Z-System bringt sicher viel mehr Präzision in den "Schaltwegen"; jedoch fürchte ich, dass der Umschaltvorgang, etwa in einem Lauf oder bei technischen Stellen, zu sehr verkompliziert wird. Muss man doch auch noch eine zweite "Achse" mit dem Daumen schalten, was wohl für viele Hornisten schwierig - weil ungewohnt - sein wird. Gibt es schon Erfahrungen über die Bedienfreundlichkeit des Z-Systems?

Zum ursprünglichen Jungwirth-Trippel, was ja nun schon gut ein Jahr angeboten wird. Hat es schon jemand ausführlich getestet, nicht blos angespielt? Wie kommt man mit dem Durchschaltventil zurecht?

Kann jemand - insbesonder Dich lieber Peter - etwas von Alexanders F-f Doppelhorn berichten. Dieses wurden vor einiger/längerer Zeit in geringster Stückzahl gefertigt. Da hab ich mal eines irgendwo im Internet-Angebot gesehen. (Natürlich, die Verlockung ist groß viel auf der f-Seite zu spielen, wobei die Tonqualität sehr gefährdet ist. Ich würde es aber nur selten als hohes Horn, ergänzend zu meinem Wiener nutzen.)
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon otto » Mo 23. Okt 2017, 18:54

Hallo.
Ich habe mir Gedanken zu Peters Vorschlag gemacht. Sicherlich auch eine gute Möglichkeit, die ja in allen Schaltgetrieben Anwendung findet.
Letztlich geht es ja, so man die Schaltreihenfolge F Horn(Grundstellung, unbetätigt), B Horn, Fhoch Horn) wählt, dass die Mittelstellung (also B Horn) immer sicher geschalten werden kann. F Horn und Fhoch Horn können je über Endanschläge verfügen, was ja eine eindeutige Positionierung ist.
Bei der Z Schaltung müsste beim B Horn (Mittelstellung), die von Peter genannte Verschiebung erfolgen, sodass der Schaltvorgang weitergeführt werden kann.
Theoretisch denke ich allen klar. Praktisch wird es schwieriger, da Reibung und Materialabnutzung die Funktionalität zeitlich begrenzen.
Bei der Idee von einem Daumenring, der an ein Gestänge, das direkt mit dem Umschaltventil(en) verbunden ist, hat man dieses Probleme nicht. Hierbei wäre das Horn unbetätigt in B, gedrückt (nach hinten) in Fhoch und gezogen (nach vorne) in F.
Allerdings muss der Hornist, so er meistens in F spielen will, immer das Horn gedrückt (Daumenring nach vorne) halten.
Es ist sicherlich auch ein Loslassen der "alten Denkweise", ein Schalthebel muss immer gedrückt werden, notwendig. Vielleicht hat ein Instrumentenbauer einmal Lust, dieses einfache System in einem Tripel zu verbauen...
Grüsse
otto
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon a.r.cor » Fr 29. Dez 2017, 02:00

"Habt Ihr einen Link oder Bilder?
Auf der Homepage ist noch kein Triple drauf."

Hallo Oppitz,

bei Eric Borninkhof wird aktuell ein Jungwirth Tripel angeboten - wie immer mit diversen Fotos.

Viele Grüße
Achim

http://www.rimskys-horns.com/productdis ... fhoog-f-ma
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Re: Jungwirth Tripelhorn

Beitragvon Wolfgang » Do 29. Mär 2018, 14:04

Liebe Kollegen,
mir kam zu Ohren, dass Meister Jungwirth nun auch ein Doppelhorn F-f baut. Kann das jemand bestätigen, weiß jemand was davon, hat es schon wer in Verwendung oder angespielt, was wäre der Preis dafür? Bitte um Eure Meinungen, Danke.
Wolfgang
 
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