Fragen und Antworten zu Übungsmaterial, Literatur und Aufführungspraxis,..
Diskussionen rund ums Horn,...
...
Mi 1. Sep 2010, 09:44
Mal wieder eine so laienhafte Frage, vorwiegend wohl an den Prof.: Ist es eigentlich möglich, dasd Wiener Horn unter weiteren Herausziehen der Ventilzüge mit einem Es-Bogen zu spielen? Oder ist schon der Gedanke daran ein rechter Schmarrn?
Mi 1. Sep 2010, 11:39
Lieber RobLeicht,
ich bin zwar nicht der Prof, aber ich kann Dir sagen, dass ein Es, E oder gar D Bogen auf dem Wiener Horn durchaus möglich ist. Die Frage ist eher, wie sinnvoll das ist. Wenn es nur um die Vermeidung des Transponierens geht, dann würde ich davon Abstand nehmen. Aber im Sinne von Naturhorn oder dem Ventilhorn der ersten Generation ist das eine interessante Möglichkeit.
Aubrey Brain hat übrigens seine beiden Aufnahmen des Brahmstrio (1925 und 1933 mit Busch und Serkin) auf seinem franz. Raoux mit dem Es-Bogen eingespielt
Mi 1. Sep 2010, 21:17
Hallo Peter das klingt spannend, hast du die Aufnahmen von Aubrey Brain ?
oder wo kann man die bekommen?
LG MR. Masterbrass
Do 2. Sep 2010, 01:52
Hallo MrMasterbrass.
ich habe beide Aufnahmen und noch mehr - aber leider in Deutschland.Wenn ich im Jan 2011 zurück-komme kann ich Dir Kopien anfertigen
Do 2. Sep 2010, 07:52
Hallo RobLeicht!
Es gibt auch andere Bögen für das Wr. Horn. Vom B-Stift abwärts, A-, G-Bogen. Bei den kurzen Bögen erübrigt sich das Spielen mit den Ventilen freilich. Da ist Naturhornspielen angesagt. Außer man tauscht die Ventilzüge ebenfalls aus. Tägliche Praxis ist das Spielen mit anderen Bögen eher nicht. Klanglich unbefriedigend ist zB.: der B-Stift, da hier der Konus vom Mundstück zur Steckhülse sich nur innerhalb von ca. 10 cm aufweiten muss. Da klingt ein B-Horn mit normal verlaufendem Mundrohr besser.
LG Günther
Do 2. Sep 2010, 18:56
Günther, das ist alles nicht befriedigend. Beim Wienerhorn kann man die B-Zug-Garnitur verwenden, etwas herausziehen und mit dem "Sauschwanzerl" (A-Bogen) wunderbar A-Horn spielen. Mit dem B-Stift ist es echt unbefriedigend. Eigentlich ist die Herum- und Herauszieherei der Bögen Unsinn. Bei Verwendung des Es-Bogens (Robert Leicht !), müßten die Ventilzüge unverhälnismäßig herausgezogen werden. Das wird nichts, gar nichts. Da stimmt auch dann gar nichts mehr. Warum überhaupt ? Um das Transponieren zu vermeiden etwa ? Es gibt keinen sinnvollen Grund, das Wienerhorn nach Es zu stimmen. KEINEN. Und, je länger das Horn, desto mulmiger der Klang.
Peter, in der Theorie geht alles, in der Theorie. Aber in der Praxis ....
Und Aubrey Brain, naja, der hat seine Wurzeln noch bis in die späte Naturhornzeit strecken können. Deshalb war dann das Es-Horn für das Brahmstrio ganz richtig. Er hat sicher größtenteils naturhornmäßig gespielt und die Ventile nur für sogenannte "kritische Töne" verwendet. Diese Aufnahme habe ich irgendwo im Original (78) und vermutlich schon digitalisiert. Ich glaube aber, daß sie schon irgendwo auf das Medium unserer Zeit übertragen wurde. Eine wunderschöne Aufnahme. Nix B-Horn , versteht sich !!!! Warum sonst wohl wurde sein schöner Ton gepriesen.
Fr 3. Sep 2010, 09:39
Um sich das Transponieren zu ersparen halte ich es sinnlos am Horn die Grundstimmung zu ändern. Ohne absolute Tonvorstellung sinkt die Trefferrate gewaltig. Selbst am Naturhorn transponiere ich nach F.
Prof hat geschrieben:Und, je länger das Horn, desto mulmiger der Klang.
Ich unterstelle, dass damit nur vom F-Horn abwärts gemeint ist.
Mulmig wird auch dem Hornisten, weil auf den tiefen Hörnern manche Töne gar so schön rollen.
Fr 3. Sep 2010, 15:30
Ab alle Beiträger zu diesem Thread:
Vielen Dabnk für die guten und überzeugenden Hinweise. Ich dachte nur, naiverweise, dass m,an dort, wo man einen bestimmten Bogen draufsteckt, auch andere, längere möglich wären. Aber ein schönes Naturhorn habe ich eh.
Salue!
RL
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