F-Horn

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F-Horn

Beitragvon Antoon » Mo 26. Sep 2022, 19:18

Liebe Hornfreunde,

Gibt es, theoretisch und praktisch, Unterschied zwischen ein reines F-Horn (z.B. Alexander 93; kein Wienerhorn) und ein B-Horn (z.B. Alexander 90) mit F-Hauptstimmbogen und F-Züge? Eine andere Optimierung, eine andere Mensur oder so etwas?

Die zugrundeliegende Frage ist: was kann ich am besten machen wenn ich ein hervorragendes F-Horn wünsche?

Viele Grüße,
Antoon.
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Re: F-Horn

Beitragvon silber93 » Di 27. Sep 2022, 09:53

Ich kann einen direkten Vergleich anbieten. Ich habe ein uraltes versilbertes Alexander 93. Die Stimmung ist einwandfrei und es spricht sehr leicht an. Ich spiele aber nur auf meinem ebenfalls gebraucht gekauften Jungwirth. Das Horn wurde vermutlich einmal von einem Philharmoniker gespielt und hat das obligate Drahtstück im 1. Zug. Der Klang am Wiener Horn ist besser! Das Jungwirth scheint mir für die „Normalgriffe“ optimiert zu sein. Spielt man Naturtonreihen mit gedrückten Pumpen, dann gibt es merkwürdige Ausreißer. Z.B. D‘‘ auf dem ersten Zug ist abgrundtief, brauche ich aber nicht. Das 93 dürfte die F-Seite eines 1103 sein. Das wäre dann das „Heldenhorn“. So klingt es auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein B-Horn mit F-Verlängerung richtig intoniert. Das hat physikalische Ursachen.
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Re: F-Horn

Beitragvon a.r.cor » Do 29. Sep 2022, 17:05

Hallo Antoon,

meiner Meinung nach wird der Unterschied zwischen einem Alexander B-Horn (Modelle 88/89; mit F-Verlängerung und F-Horn Stimmzügen) und dem serienmäßigen F-Horn (Modell 93) nur gering sein; der für Intonation und Spieleigenschaften entscheidende konische Teil (Mundrohr und Anstoß/Schallstück) ist quasi identisch bei B-Horn und F-Horn. Das F-Horn wird nur wenige Gramm leichter sein als das zusammengesteckte B-Horn mit der F-Verlängerung.
Ein vierventiliges B-Horn Modell 90 wird durch das Stopfventil aber meßbar schwerer sein als ein dreiventiliges F-Horn (plus 200 Gramm?).
Dieses ist allerdings nur meine Theorie - habe bisher nicht den direkten Vergleich machen können.

Viele Grüße
Achim
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Re: F-Horn

Beitragvon klangwelt » Mo 10. Okt 2022, 16:40

silber93 hat geschrieben:hat das obligate Drahtstück im 1. Zug [...] Z.B. D‘‘ auf dem ersten Zug ist abgrundtief


Nimm mal den Draht raus und probiere, wie das d2 dann stimmt.
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Re: F-Horn

Beitragvon Altcorno » Do 13. Okt 2022, 13:26

silber93 hat geschrieben:Ich kann einen direkten Vergleich anbieten. Ich habe ein uraltes versilbertes Alexander 93. Die Stimmung ist einwandfrei und es spricht sehr leicht an. Ich spiele aber nur auf meinem ebenfalls gebraucht gekauften Jungwirth. Das Horn wurde vermutlich einmal von einem Philharmoniker gespielt und hat das obligate Drahtstück im 1. Zug. Der Klang am Wiener Horn ist besser! Das Jungwirth scheint mir für die „Normalgriffe“ optimiert zu sein. Spielt man Naturtonreihen mit gedrückten Pumpen, dann gibt es merkwürdige Ausreißer. Z.B. D‘‘ auf dem ersten Zug ist abgrundtief, brauche ich aber nicht. Das 93 dürfte die F-Seite eines 1103 sein. Das wäre dann das „Heldenhorn“. So klingt es auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein B-Horn mit F-Verlängerung richtig intoniert. Das hat physikalische Ursachen.


Das "Heldenhorn" ist heute das Modell 1106. Ursprünglich eine Adaptation des in USA populären Geyer-Modells durch den US-Hornisten Milan Yancich. Yancich ist auch der Urheber der MY - Mundstücke von Alexander. 1103 wurde von Alexander hingegen als "K-Modell" bezeichnet, und ist Alexanders Adaptation des Knopf-Horns. Carl Geyer wiederum hat mit seinem, später nach ihm benannten Modell, seinerseits das Knopf-Modell kopiert, allerdings mit einer Variation des F-Bogens. Alexander schreibt hierzu: "Die engen Bögen der F-Verlängerung des 1103 wurden im „Heldenhorn“ durch einen einteilige Bogen ersetzt, der gerade aus dem Ventilblock herauskommt und dann offen auf dem Korpus entlangläuft." Vergleiche hierzu, wen es interessiert, den F-Bogen beim Modell 16 von Knopf.
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