von Martin2 » Sa 23. Jan 2010, 14:50
"Geyer" ist die englische oder amerikanische Bezeichnung für ein K- Modell. Also für ein Doppelhorn, bei dem das Umschaltventil in Reihe (nicht versetzt) unterhalb der drei Spielventile liegt.
Carl Geyer war ein nach Chikago ausgewanderter deutscher Instrumentenbauer, der in der Gründerzeit der amerikanischen Orchester erfolgreich Lizenznachbauten des berühmten Horns von Herbert Fritz Konpf fertigte. Die Hauptbestandteile (Mundrohr, Maschine, Anstoß) mußte er bei Knopf in Markneukirchen einkaufen. Ein genialer Schachzug von Knopf! So konnte er sich seine direkte ausländische Konkurrenz kurz halten und verdiente trotzdem noch daran.
Das von Knopf erdachte System (s.o.) wird im deutschsprachigen Raum K- oder Knopf- Modell genannt. Weil aber "Knopf" der englischen Zunge nicht eben entgegenkommt und die Amis auch häufig nicht wußten, wer der Urheber des Horns war, hat sich dort der Begriff "Geyer- Style" durchgesetzt.
Der Vorteil des K- Modells gegenüber den Kruspe- Konstruktionen mit versetztem Umschaltventil besteht darin, daß man ohne bauliche Veränderungen noch ein fünftes Zusatzventil einbauen kann (z.B. E-/A-), das Horn sich schnell und leicht entwässern läßt, klanglich sehr flexibel reagiert und eine leichte Ansprache hat.
Es gab noch einen Paul Geyer, der als Instrumentenbauer in Schwerin arbeitete. Er konstruierte zusammen mit H.F. Knopf dessen kompensiertes Doppelhorn mit einem einstöckigen Umschaltventil in Reihe über den Spielventilen. Ob er mit Carl Geyer verwandt war, entzieht sich meiner Kenntnis.