Wenn man Frau Dr. Eleonore Bünings gesammelte Artikel in der FAZ ergoogelt, stößt man insgesamt auf eine wortgewandte, schlagfertige und intelligente Musikkritikerin, die außerdem über einen erstaunlichen Humor verfügt. So scheint sie vergleichbar mit Elke Heidenreich eine der erfahrensten und belesensten in der Musikbranche überhaupt zu sein. Leider habe ich nun ihr neuestes Interview noch nicht gelesen, vielleicht steht es irgendwann einmal online...
Mit der Äußerung über das "bessere" Orchester betreibt sie verbale Satire und Ironie zugleich, worauf Sir Simon Rattle in seiner Antwort ganz natürlich als das erscheinen darf, was er auch ist: ein sympathischer, witziger englischer Dirigent! In der Thematik Rosenkavalier liegt doch auch geballte Wahrheit. Nach seinem eigenen Bekunden hat Rattle die Oper erst einmal vor vielen Jahren dirigiert und das, wie er scherzt, nicht zur Freude aller Zuhörer. Natürlich haben die Wiener als Staatsopernorchester mehr Erfahrung mit Bühnenwerken, das soll ja nicht partout heißen, dass es das Berliner Ensemble nicht mindestens ebenbürtig interpretieren wird. Schließlich spielen die Österreichischen Kollegen neben ihrem Bühnen-Dienst auch unzählige sinfonische Werke.
Ich würde da nicht jedes Wort zu stark gewichten, sondern aus so einem Interview nur die erforderliche Information herauslesen, die mich persönlich interessiert. Ich für meinen Teil freue mich schon auf den Rosenkavalier aus Baden Baden. Mit dem Beethoven-Programm haben die Berliner (unter Haitink mit Isabelle Faust, Violine) jedenfalls schon eine tolle Visitenkarte abgegeben.
Bussi, BEATE
