von Alex103 » Mi 11. Mai 2016, 23:40
Hallo Günther,
vielen Dank für deine Antwort. Ich habe letztes Jahr den Bogen meines Jungwirth Wienerhorns mit einem Wienerhorn-Mundstück mit ca. 5 mm Bohrung, tiefem Trichter und schmalem Rand ausgesucht (Ansprache, Intonation). Dieses Mundstück hat auch auf meinem Alexander 103 sehr gut funktioniert. Aufgrund eines Instrumentenwechsels auf Alexander 102, auch Knopf Nr. 14, habe ich auch das Mundstück gewechselt, da nunmehr ein Peter Arnold #2 (minimal, gefühlter, kleinerer Randdurchmesser, vergleichbarer Rand und 4,3 Bohrung) auf beiden Hörnern besser funktioniert hat (beide Hörner sind F/B geschaltet). Für das Wienerhorn habe ich ein Windhager WTJ 3 mit fast vergleichbarem Rand probieren.
Zum Test:
Es hat sich herausgestellt, das mein ursprünglicher Bogen ein mittelschwerer Bogen (0,4 mm Wanddicke) mit 0,5 m Konus war. Zum Testen standen mir 3 Bögen mit 0,35 m Konus jeweils leicht (0,3 mm Wanddicke), 0,4 mm (mittel) und 0,5 mm ( schwer) zur Verfügung. Während in bei dem alten Bogen immer das Gefühl hatte "auf den Tönen zu sitzen" , Intonation und Ansprache in Ordnung waren, vermittelt der neue Bogen den Eindruck im Instrument zu sitzen und man bekommt noch intensivere Rückmeldungen bei ausgezeichneter Tragfähigkeit. Die Ansprache in Kombination mit dem Windhager hat sich nochmals deutlich verbessert und der Klang verfeinert (jemand hat dies mal als "...Schieben von flüssigem Metall durch das Wienerhorn..." bei Bindungen bezeichnet; das ganze Instrument ist eine einzige Resonanz) . Bei dem neuen Bogen handelt es sich um den 0,4- er mit 0,35 mm Konus. Der schwere Bogen war in der Ansprache schwieriger und hat das Gefühl eines höheren Widerstandes vermittelt ohne die Tragfähigkeit zu verbessern während der leichte Bogen tonlich manchmal etwas instabil (Ton bricht aus) und auch hinsichtlich Ansprache schlechter war.
Ich habe immer das gleiche gespielt und meine beiden Zuhörer kamen, ohne das sie wussten welchen Bogen ich spiele, immer wieder zu dem jetzt gewählten zurück. Beide hatten klangliche Unterschiede bzw. Gleichheiten (z.B. 0,5 und 0,4 mm mit 0,35m Konus) bemerkt, die ich so nicht wahrgenommen habe, während nur ich die Änderung im Anspracheverhalten und die Rückmeldung des Instruments deutlich wahrgenommen habe. Interessant war auch, bei einem Mundstückwechsel (Windhager TJ3, Peter Arnold # 2 und #7, letzeres mit tieferen Trichter) mit dem neuen Bogen das Wienerhornmundstück oft nicht zugeordnet werden konnte, während dies bei dem alten Bogen fast immer der Fall war. Somit könnte mit dem neuen Bogen auch mit eigentlich nicht Wienerhorn-Mundstücken zufriedenstellend gespielt werden. Die beiden Arnold Mundstücke funktionieren aber auch ausgezeichnete auf der F-Seite des Doppelhorns.
Der Bogenwechsel hat sich auf alle Fälle gelohnt. Ein anderer Spieler wäre wahrscheinlich auf ein anderes Ergebniss gekommen Die Beschreibung der jeweiligen Ergebnisse ist ebenfalls etwas schwierig und ich hoffe diese einigermassen vermitteln zu haben.
Viele Grüße
Christoph