Gewicht und Konus von Bögen - Einfluss auf Ansprache etc

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Gewicht und Konus von Bögen - Einfluss auf Ansprache etc

Beitragvon Alex103 » Mo 2. Mai 2016, 18:14

Hallo,

mich würde einmal interessieren, welchen Einfluss das Gewicht (verschiedene Materialdicken zB von 0,35 bis 0,5 mm) sowie der konische Anteil des Bogens auf Intonation, Anspracheverhalten und auch Klang des Wienerhorns hat. Mir ist klar, dass alles als Sytem vom Spieler über das Mundstück und den Bogen bis hin zum jeweiligen Instrument gesehen werden muss (Zitat frei nach Froeschl: "...einfach probieren..."), aber vielleicht gibt es Tendenzen, die erwähnenswert wären und eine Bogenauswahl unterstützen könnten ( zB in der Art: ...schwere Bogen für kräftige Bläser, hoher Widerstand bei verbesserter Tragfähigkeit, leichtere Bögen für Mundstücke mit kleinerer Bohrung, usw.).

Vielen Dank

Christoph
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Re: Gewicht und Konus von Bögen - Einfluss auf Ansprache etc

Beitragvon Günther » Mo 9. Mai 2016, 18:34

Hallo Christoph,
ich habe meinen Bogen nach der Methode Fröschl ausgewählt. Ich denke, dass man hier schwer eine Empfehlung geben kann. Wichtig ist es, kranke Töne zu vermeiden und auch auf die Stimmung zu achten. Du must Dich mit dem Bogen wohlfühlen. Günstig wäre auch ein qualifizierter Zuhörer, der es auch aus der Distanz beurteilen kann. Ich habe aus der damaligen gut gefüllten Bogenlade nur 5-6 Stück von geschätzen 50 ausprobiert und bin dann beim zuerst gestesten Bogen geblieben. Die Unterschiede habe ich nicht wirklich wahrnehmen können. Jedenfalls waren alle Bögen besser als meine alten Engel-Bögen. Ich habe natürlich den Konus am Horn anpassen lassen und spiele jetzt mit einem Yamaha-Bogen ( Mein 103-er :D -> Seriennummer). Meine alten Bögen waren eher leichter, der neue ist schwerer aber der Ton stabiler und tragfähiger. Das ist natürlich alles subjektives Empfinden.
Jedenfalls wünsche ich Dir eine gute Hand bei der Bogenauswahl!
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Re: Gewicht und Konus von Bögen - Einfluss auf Ansprache etc

Beitragvon Alex103 » Mi 11. Mai 2016, 23:40

Hallo Günther,
vielen Dank für deine Antwort. Ich habe letztes Jahr den Bogen meines Jungwirth Wienerhorns mit einem Wienerhorn-Mundstück mit ca. 5 mm Bohrung, tiefem Trichter und schmalem Rand ausgesucht (Ansprache, Intonation). Dieses Mundstück hat auch auf meinem Alexander 103 sehr gut funktioniert. Aufgrund eines Instrumentenwechsels auf Alexander 102, auch Knopf Nr. 14, habe ich auch das Mundstück gewechselt, da nunmehr ein Peter Arnold #2 (minimal, gefühlter, kleinerer Randdurchmesser, vergleichbarer Rand und 4,3 Bohrung) auf beiden Hörnern besser funktioniert hat (beide Hörner sind F/B geschaltet). Für das Wienerhorn habe ich ein Windhager WTJ 3 mit fast vergleichbarem Rand probieren.

Zum Test:
Es hat sich herausgestellt, das mein ursprünglicher Bogen ein mittelschwerer Bogen (0,4 mm Wanddicke) mit 0,5 m Konus war. Zum Testen standen mir 3 Bögen mit 0,35 m Konus jeweils leicht (0,3 mm Wanddicke), 0,4 mm (mittel) und 0,5 mm ( schwer) zur Verfügung. Während in bei dem alten Bogen immer das Gefühl hatte "auf den Tönen zu sitzen" , Intonation und Ansprache in Ordnung waren, vermittelt der neue Bogen den Eindruck im Instrument zu sitzen und man bekommt noch intensivere Rückmeldungen bei ausgezeichneter Tragfähigkeit. Die Ansprache in Kombination mit dem Windhager hat sich nochmals deutlich verbessert und der Klang verfeinert (jemand hat dies mal als "...Schieben von flüssigem Metall durch das Wienerhorn..." bei Bindungen bezeichnet; das ganze Instrument ist eine einzige Resonanz) . Bei dem neuen Bogen handelt es sich um den 0,4- er mit 0,35 mm Konus. Der schwere Bogen war in der Ansprache schwieriger und hat das Gefühl eines höheren Widerstandes vermittelt ohne die Tragfähigkeit zu verbessern während der leichte Bogen tonlich manchmal etwas instabil (Ton bricht aus) und auch hinsichtlich Ansprache schlechter war.

Ich habe immer das gleiche gespielt und meine beiden Zuhörer kamen, ohne das sie wussten welchen Bogen ich spiele, immer wieder zu dem jetzt gewählten zurück. Beide hatten klangliche Unterschiede bzw. Gleichheiten (z.B. 0,5 und 0,4 mm mit 0,35m Konus) bemerkt, die ich so nicht wahrgenommen habe, während nur ich die Änderung im Anspracheverhalten und die Rückmeldung des Instruments deutlich wahrgenommen habe. Interessant war auch, bei einem Mundstückwechsel (Windhager TJ3, Peter Arnold # 2 und #7, letzeres mit tieferen Trichter) mit dem neuen Bogen das Wienerhornmundstück oft nicht zugeordnet werden konnte, während dies bei dem alten Bogen fast immer der Fall war. Somit könnte mit dem neuen Bogen auch mit eigentlich nicht Wienerhorn-Mundstücken zufriedenstellend gespielt werden. Die beiden Arnold Mundstücke funktionieren aber auch ausgezeichnete auf der F-Seite des Doppelhorns.

Der Bogenwechsel hat sich auf alle Fälle gelohnt. Ein anderer Spieler wäre wahrscheinlich auf ein anderes Ergebniss gekommen Die Beschreibung der jeweiligen Ergebnisse ist ebenfalls etwas schwierig und ich hoffe diese einigermassen vermitteln zu haben.

Viele Grüße

Christoph
Alex103
 
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