Bei Kühn bist Du schon auf dem richtigen Weg. Er baut zwei verschieden 5-ventilige B-Hörner:
Eines mit A-/Stopf- und Quartventil (W125) und eines mit A-/Stopf- und C-Ventil (W125C).
Wenn man am 125C das C-Ventil mit einer einsteckbaren Quartschleife (als Zug) austatten würde, was bautechnisch ja kein Problem darstellt, hätte man die ideale Kombination. Zudem liese sich das Horn auch - wie bei Schmid - in H, B, A bauen. Mit Ricco Kühn kann man reden, er ist Kundenwünschen gegenüber sehr aufgeschlossen, was man von anderen Herstellern gleicher Größe nicht unbedingt behaupten kann.
Bei Vioworld unter "Biete Hörner" auf S. 2 oder 3 wird ein B-/C-Horn von Otto angeboten, bei dem das bautechnich nicht machbar ist, weil das C-Ventil im Korpusinneren angebracht ist. Sieht besser aus, bringt aber nichts!
Beim Kühn-Horn bestünde auch die Möglichkeit, den Quartzug anstelle des Stopfbogens einzuschieben, wenn es nichts zum Stopfen gibt. Baut man den Quartzug so, daß er in beide Ventile eingeschoben werden könnte (geht das???), wäre man noch flexibler. Bei seinem W124 (4-ventiliges B-Horn) bietet Kühn folgende Option an: Die Quartschleife wird entweder anstelle des A-/Stopfbogens eingesetzt, oder, wie bei Knopf, durch ein Stellventil an den Stopfbogen angegliedert. Letzteres liese sich bestimmt auch am 125C verwirklichen. Die Optik ist dann vielleicht nocht soo prickelnd, aber darauf kommts ja weniger an.
Inwieweit ein einfach B dem B-/hoch F über- oder unterlegen ist, liegt am Einsatzbereich. Ich hatte auch mal ein kompensiertes hoch F- /B-Horn von Mönnig. Aber es brachte irgendwie nicht die Vorteile, die ich erhofft hatte. Im Posauenchor spiele ich vom "Sopran" (bis hoch zu klingend f2) bis zum "Baß" (bis runter zu klingend Es), überwiegend aber in der Lage "2./3. Horn" ("Alt" und "Tenor") und da ist mein 5-Ventiler mit Quartventil einfach optimal! Ein C-Ventil brauche ich nicht, mir reicht die Option zu A. Im Orchester sieht das anders aus, ist klar. Im Pos-Chor gibts aber auch nichts zu transponieren.....
Wenn ich die A-Stimmung mal brauche, stimme ich mittels längerem Hauptstimmzug runter und in die F-Schleife kommt ein Zug für E-Stimmung. Das hat den Vorteil, daß Intonation und Ansprache besser sind, als beim Umstimmen am A-/Stopfventil und man kann in der A-Stimmung immer noch Stopfen. Ergo: Die Vorteile von Inventions- und Ventilhorn kombinieren. Nicht anders also, wie an der Es-/D-Trompete oder einer Quart-/Quintposaune.
Das verrückteste, was ich mal gesehen habe, war ein B-hoch F mit Stopf- und Quartventil! Das Quartventil wurde mit dem kleinen Finger bedient, wie bei der hoch B-Trompete! Das Horn konnte also nur mittels Flipper gehalten werden. Da kann man sich auch gleich ein Triple kaufen!