neue Instrumente einspielen

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neue Instrumente einspielen

Beitragvon oppitz » Do 2. Apr 2015, 20:34

Ich hatte mein Leben lang immer nur gebrauchte Instrumente, deswegen kenne ich mich nicht so gut mit dem "Einspielen" aus.

1 - Ist es ein Nimbus, oder spürt und hört man Unterschiede, nach einer gewissen Zeit des "einspielens"?
2 - wie merkt man, ob es nötig ist, oder man bereits fertig ist? ... zudem, wenn man auch unbekannte Modelle probiert? Ja selbst ein Modell kann ja erheblich vom nächsten "gleichen" abweichen.
3 - wie macht man es am besten?
4 - Was passiert da eigentlich? Muss das Material einschwingen oder muss man die Rohre von innen mit seiner "Patina" bedecken ?
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Re: neue Instrumente einspielen

Beitragvon Peter » Fr 3. Apr 2015, 09:39

lieber oppitz,

zu 1 - ja ( siehe Grundsätzliches)

zu 2a - nach einer gewissen Zeit

zu 2b - es gibt zwar gleiche Modelle, aber keine gleichen Instrumente

zu 3 - mit den eigenen und anderer Erfahrung - also mit Gefühl und Verstand üben

zu 4 - das macht marginal etwas aus "(einschmutzen"). das meiste ist unbewiesene Spekulation

Grundsätzlich: Nicht das Instrument muss eingespielt werden sondern der Bläser muss sich auf das neue Instrument einstellen.
Das Horn kann sich nicht ändern, der Hornist muss sich anpassen.
Wenn es z.B.einen typische Klang (z. B. 103er) gibt, dann ist das nur die Reaktion des Bläser auf die notwendige (vom 103er eingeforderte) Technik.

Deswegen ist dieser 103er Hype ein Blödsinn!
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Re: neue Instrumente einspielen

Beitragvon Günther » Fr 3. Apr 2015, 10:09

Ich gebe hier Peter zu 100% recht. Ob altes oder neues Horn: der Hornist oder die Hornistin hat sich auf das Instrument einzustellen. Auch das "Verblasen" eines Instrumentes durch Ungeübte halte ich für ein Märchen. Maximal Vernachlässigung der Pflege schadet dem Instrument.
Zu 4) habe ich eine kleine Anmerkung:
Ich habe den subjektiven Eindruck, dass lange nicht gespielte Instrumente anfangs eher dünn klingen und sich erst entweder nach längerem Blasen oder nach einer Wasserspülung sich klanglich entfalten. Das hat aber nichts dem oben gemeinten "Einblasen des Instruments" zu tun.
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Re: neue Instrumente einspielen

Beitragvon oppitz » Fr 3. Apr 2015, 11:02

Günther hat geschrieben:Ich gebe hier Peter zu 100% recht. Ob altes oder neues Horn: der Hornist oder die Hornistin hat sich auf das Instrument einzustellen. Auch das "Verblasen" eines Instrumentes durch Ungeübte halte ich für ein Märchen. Maximal Vernachlässigung der Pflege schadet dem Instrument.


wobei genau gibst Du Peter recht? Das viele das "verblasen" für ein Märchen halten weiß ich, aber das "einblasen" sehen viele anders.

Günther hat geschrieben:Zu 4) habe ich eine kleine Anmerkung:
Ich habe den subjektiven Eindruck, dass lange nicht gespielte Instrumente anfangs eher dünn klingen und sich erst entweder nach längerem Blasen oder nach einer Wasserspülung sich klanglich entfalten. Das hat aber nichts dem oben gemeinten "Einblasen des Instruments" zu tun.


ist nicht ganz unlogisch, feucht oder trocken macht schon einen Unterschied! Was muss man bei einer Wasserspülung beachten? (Düse von vorn oder Wasser in den Trichter? Kalt oder warm? wie lange ca.? was danach alles ölen... die berühmte "Öl-auf-Ventil-Frage"...)
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Re: neue Instrumente einspielen

Beitragvon oppitz » Fr 3. Apr 2015, 11:08

Peter hat geschrieben:zu 1 - ja ( siehe Grundsätzliches)


ja "Nimbus" oder ja zum "einspielen"?

Peter hat geschrieben:zu 2a - nach einer gewissen Zeit


also "einspielen"

Peter hat geschrieben:zu 2b - es gibt zwar gleiche Modelle, aber keine gleichen Instrumente


genau das wollte ich sagen, deswegen finde ich es schwer so etwas zu beurteilen, weil es immer Unterschiede gibt.

Peter hat geschrieben:zu 3 - mit den eigenen und anderer Erfahrung - also mit Gefühl und Verstand üben


wie (hoffentlich) immer

Peter hat geschrieben:zu 4 - das macht marginal etwas aus "(einschmutzen"). das meiste ist unbewiesene Spekulation


bzw. wie Günther schrieb trocken vs. feucht?

Peter hat geschrieben:Grundsätzlich: Nicht das Instrument muss eingespielt werden sondern der Bläser muss sich auf das neue Instrument einstellen.
Das Horn kann sich nicht ändern, der Hornist muss sich anpassen.
Wenn es z.B.einen typische Klang (z. B. 103er) gibt, dann ist das nur die Reaktion des Bläser auf die notwendige (vom 103er eingeforderte) Technik.

Deswegen ist dieser 103er Hype ein Blödsinn!


deswegen hab ich kein 103er, obwohl ich auf dem 103er eines Kollegen wunderbar zurechtkomme! Stimmung, Klang, Töne ... passt wirklich alles gut, aber so auch bei meinem Knopf 16, welches der Aufhänger dieser Fragerunde ist. das Instrument ist zwar 14 Jahre alt, aber wurde offensichtlich fast nicht gespielt -> zumindest die letzten Jahre nicht mehr. mein Instrumentenbauer wollte mir kaum glauben, dass das kein neues Instrument, sondern ein gebrauchtes ist!
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Re: neue Instrumente einspielen

Beitragvon wombat » Fr 3. Apr 2015, 17:22

Hallo,

bezüglich der Frage, ob man beim Einspielen was falsch machen kann und dann das Instrument dauerhaft für die Zukunft leidet: Nein, durchs bloße Spielen passiert da nix negatives. Wer das glaubt, der pendelt auch seine Zukunft aus und glaubt daran.

Einspielen ist primär Sache des Spielers sich an das Horn zu gewöhnen.
Was das betrifft, sind neue Instrumente nach einiger Zeit natürlich besser als am Anfang, denn man ist motivierter wegen des schönen Instruments. Man übt und spielt mehr. De facto gewöhnt sich der Spieler an das neue Horn und wird dabei mit der richtigen Motivation durch das Mehr an Üben ebenfalls ein Stückchen besser.

Man sollte nicht vergessen, dass sich im Laufe der Zeit im Innern der Rohre ein Biofilm entwickelt. Das passiert auch ohne Bier und Wurstbrot in der Pause. ;-) Die Aussage "ein trockenes Instrument spielt sich anders" mag damit zusammenhängen. - Also mit dem sich sowieso entwickelnden Biofilm, nicht mit dem Bier (wobei... ab zwei Maß - lassen wir das. :lol: )

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