Seite 1 von 1

Interessanter Youtube Kanal

BeitragVerfasst: Di 1. Sep 2020, 07:42
von Alex103
Hallo,

anbei ein interessanter Youtube Kanal eines spanischen Hornisten mit unzähligen Aufnahmen von Etüden auch mit verschiedenen Hörnern.

https://www.youtube.com/channel/UCOWHxC ... g7Q/videos

Kennt jemand diese Etüden von Lucien Thevet ? Aus den 60 Studies for Horn ist es nicht. Evtl 100 rhythmic exercises oder 65 sight-reading studies ?

z.B. https://www.youtube.com/watch?v=lH9ekGgYSHU

Viel Spaß beim Stöbern

Christoph

Re: Interessanter Youtube Kanal

BeitragVerfasst: Di 1. Sep 2020, 08:55
von Peter
Wenn man sich das alles anhört. findet man zunächst diese Aufnahmen sehr bewundernswert. Bald merkt man aber, dass es sehr eintönig ist. Die/r Hornist/in hat überhaupt keinerlei Klang- und agogischen Sschattierung auf seinem alten "King Kong" (Verzeihung Connhorn) mit den stark klappernden Ventilen parat.(Ein kleiner Tropfen Öl hätte das Klappern vermieden.) Bei allem Respekt, es überzeugt mich nicht! Ranieri Etüden sind eigentlich schöner Belcanto. Aber der eigentlichen Musik ansich hat man mit diesen Aufnahmen nicht gedient. Zum Lesen ist das mit diesen vielen Vorzeichen schwierig. Ich transponiere lieber. Ein Stück mit z. B. 7 B's kann man auch gleich in E spielen (unter Weglassen der Vorzeichen).

Letzte Frage: Wer ist denn nun der Hornist , den ich so respektlos kritisiert habe? Ich bitte um Vergebung!

Re: Interessanter Youtube Kanal

BeitragVerfasst: Di 1. Sep 2020, 16:59
von klangwelt
Peter hat geschrieben:Letzte Frage: Wer ist denn nun der Hornist , den ich so respektlos kritisiert habe?

Laut Angabe auf dem YouTube-Kanal ist der Name des Hornisten FERRAN FERRANDO DOMÈNECH.

Re: Interessanter Youtube Kanal (Ranieri-Etüden)

BeitragVerfasst: So 6. Sep 2020, 17:23
von Waldviertel
Die Ranieri-Etüden sind, wie Peter schreibt, „schönster Belcanto“.
Vincenzo Ranieri, zu dem man leider keine biographischen Daten finden kann (oder doch?), führt mit den 30 Übungsstücken durch alle b- und #-Tonarten in Dur und paralleler Moll, vergleichbar dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach, geht aber sogar bis Ces-Dur/as-Moll und Cis-Dur/ais-Moll, die man normalerweise enharmonisch verwechselt schreiben würde.
Es ging ihm dabei offenbar darum, zu beweisen, dass das Ventilhorn in allen Tonarten wohlklingend und rasch spielen kann.
Es zahlt sich auf alle Fälle aus, die Musikstücke in der originalen Tonart zu spielen, sehr rasch hat man sich an die „Lageverschiebung“ gewöhnt.
Mit dem F-Horn kann man sich das Leben auch teilweise durch alternative Griffe sehr erleichtern, z.b. die As-Dur-Dreiklangszerlegungen auf dem 2.+3. Ventil liegen bleiben oder bei den A-Dur-Dreiklängen auf dem 3. Ventil oder 1.+2. Ventil.
Es zahlt sich aus, einiges auszuprobieren.

Mich hat gestört, dass ich keine leicht lesbare moderne Ausgabe finden konnte, daher habe ich sie neu geschrieben und im Verlag KÖBL-Edition sind diese 30 instruktiven und melodischen Übungsstücke für Horn ab sofort erhältlich:

https://www.koebl.de/de/category/Etueden/Ranieri-Vinzenzo-(Hersg--von-Dr--Thomas-Fuehrer)-30-instructive---melodic-Pieces-_00150032X/index.php?page=1&db=&id=*00150032X

Für meine Ausgabe für Trompete habe ich die schönen Musikstücke aber aus Tonarten mit vielen Vorzeichen sehr wohl in einfachere Tonarten transponiert, denn was auf dem (F-)Horn praktisch und einfach zu spielen ist, verlangt auf der Trompete höchste Fingerakrobatik.
Die Grifflagen zwischen Horn und Trompete liegen nun einmal eine Oktave auseinander, und während man auf dem F-Horn von c1-c2 (notiert) bei Standardgriffweise den Ringfinger nur einmal braucht (gis/as), ist es bei der Trompete viermal (cis/des, d, dis/es, gis/as).
Die Ausgabe für Trompete (Flügelhorn, Kornett, Althorn/Mellophon, Tenorhorn/Bariton im Violinschlüssel) erscheint demnächst ebenfalls im Köbl-Verlag.
Sie ist, auch auf Grund einiger Änderungen der tiefen Stellen, damit auch für junge Hornisten vielleicht ein einfacherer Einstieg in die lohnenswerten Ranieri-Etüden.