Martin2 hat geschrieben:Ist es den Dozenten denn egal, wenn der Student alles auf dem B-Horn bläst?
Zudem ist das Doppelhorn ja nicht in "B" und "F" zu trennen. Der Daumenhebl ist ein gleichwertiges Ventil und nur das ergibt am Doppelhorn einen Sinn. Ansonsten kann ich mir ja auch ein einfach B-Horn kaufen! Aber das geht wohl aus Prestigegründen nicht (?!).
Martin2 hat geschrieben:Jetzt bin ich aber leicht irritiert. Entnehme ich dem letzten Beitrag von Prof, daß während des Hornstudiums das Naturhorn nicht vorkommt??? Das Thema Instrumentenbau wird scheinbar auch nicht intensiv (zumindest theoretisch) beleuchtet... Was wird denn dann im Hornstudium überhaupt studiert (gelehrt)? Wer sich heutzutage zu einem Studium entschließt, muß ja schon besser sein, als ein Absolvent vor 30 Jahren. Eigentlich brauchte er ja gar nicht mehr zu studieren, wenn das Praktische dem Niveau eines Profis entspricht (entsprechen muß / sollte).
Als Laie habe ich ja keinen Einblick in irgendwelche Hochschulen. Aber ich gehe davon aus, daß, wer sein Fach studiert hat, zu 150% ausgebildet ist (100% brauchts ja schon zu Beginn). Und das in allen Bereichen seines Fachs.
Lieber Martin,
dass Du nicht studiert hast, wird Dir niemand hier vorwerfen, aber ein wenig Zurückhaltung gegenüber den derzeit wirkenden Dozenten und den Heerscharen wirklich phänomenaler Hornstudenten wäre womöglich auch nicht unangebracht...
Auch Leute, die schon bei der Aufnahmeprüfung ein 2.Strauss spielen, brauchen doch (mit wenigen Ausnahmen) einen Rahmen, in dem sie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen erweitern können.
Kein wirklicher Profi wird von sich behaupten, er leiste 150%, im Angesicht der unerreichbaren Idealität der Kunst wird man eher demütig! (Alan Civil soll auf dem Sterbebett ein Resumee seiner Künstlerlaufbahn gezogen haben: 4 Konzerte in seinem Leben seien ihm wirklich gelungen...)
Den meisten Dozenten ist es im Prinzip egal, auf welcher Seite man eine Stelle spielt, sofern sie funktioniert, stimmt und klingt.
Selbstverständlich wird jeder Hornist nicht nur im Studium sowohl die B- als auch die F-Seite des Doppelhorns ausgiebig nutzen bei Intervall-, Binde- und sonstigen Grundlagenübungen.
Bestimmte Töne spielt sowieso jeder noch so notorische B-Horn-Nutzer auf der F-Seite, nämlich g, fis, und alles ab c abwärts.
Ein Doppelhorn wird aber nicht etwa aus "Prestige"-Gründen im Orchester bevorzugt, sondern aufgrund der Tragfähigkeit und Kraft des Klanges.
Diese leidige und ständig wiederkehrende Diskussion, ob nun der F-Horn-Klang der einzig wahre und alle B-Horn-Nutzer jeglicher Klangästhetik abholde Feiglinge und Sicherheitsfanatiker sind oder nicht müssen wir an dieser Stelle glaube ich nicht wieder aufmachen, oder?