Spielbarkeit Tiefes Naturhorn bei Ries Doppelkonzert

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Spielbarkeit Tiefes Naturhorn bei Ries Doppelkonzert

Beitragvon Pumuckl » Di 14. Jul 2020, 18:56

Gerade wurde ein Video mit der (handgeschriebenen) Partitur des Konzertes für 2 Hörner von Ferdinand Ries (1811) upgeloaded. Ein Höhepunkt der Naturhorntechnik mit wahnsinnig hoher Virtuosität! Meiner Meinung nach wurde eine Aufnahme mit sehr guten Solisten gewählt. Allerdings scheinen beim durchsehen einige Stellen am Naturhorn schlicht unspielbar:

2:46 c'-g-e-C-G Das große G lasse ich mir bei guter Technik noch einreden, aber das e in diesem Tempo?
5:00 C-d-G-C kleines d- lässt sich das so gut hinbiegen? Hier musste auch bei der Aufnahme etwas geschummelt werden.
7:18 c'-b-as kleines b?
9:12 wieder dieser Abgang mit g-e-C-G
10:36 f-g-C-f kleines f?
11:46 Kadenz Takt 4-5: e'-g'-e'-h-a später c'-a-f#-a-c'
14:26 C-H-A-G Sowas in der Art hatte ich bei Haydn schon mal gesehen, trotzdem nicht leicht
15:42 c'-g-e-C-G-G# diesmal die Zerlegung mit Ende am Gis
19:40 C-H-Bb-A-G später C-Des (wurde das Des hinaufgedrückt oder gestopft?)
22:34 C-H-A
23:02 C-G mahrmals dann 16tel f'-d'-h-g-d'-h-g
24:34 g-a-h-c'
24:56 c'-h-a-g-f-e-d-C spielt einfach die kleine Tonleiter :shock:

Fazit: Ganz zu schweigen von der restlichen Handtechnik und Flexibilität waren am tiefen Horn damals einige richtige Zauberer am Werk.
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Re: Spielbarkeit Tiefes Naturhorn bei Ries Doppelkonzert

Beitragvon Lupus Cornum » Mi 15. Jul 2020, 09:28

Zu Deinen Fragen kann ich nicht viel sagen, aber danke für den Link! Schöne Musik!
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Re: Spielbarkeit Tiefes Naturhorn bei Ries Doppelkonzert

Beitragvon Peter » Mi 15. Jul 2020, 19:28

Die beiden holländischen Hornisten sind absolut phänomenal.
Mein höchstes Kompliment!

Die Frage ob das auf dem Naturhon möglich ist , wurde doch in dieser Aufnahme glänzend gezeigt.
Natürlich sind viele Töne im tiefen Horn sehr leise. Aber jeder Musiker kann doch hören, was Komponisten Ferdinand Ries gemeint/gewollt hat und darauf kommt es an.

Es wird leider noch immer oft unterschätzt, was Hornisten früher so gekonnt haben.
Die unglaubliche hohe Lage der Hornisten in Haydn's seltsamen Stück für 3 Sänger, Waldhorn, Englischhorn Fagott und Orchester Pieta di me oder in Zelenka's A-dur Capriccio.)
Ab dem 19. Jahrhundert die ungeheuere Stopf/Modulations/Dämpftechnik der tiefen Hornisten.

Ich habe mich immer gewundert, dass mir so viele Studenten gesagt haben das große G bei der Beethoven Sonate doch garnicht geht; dabei ist dieser Pedalton nun wirklich nicht schwer auf dem F-Naturhorn zu spielen. Ritter Gottfried von Freiberg - der berühmte Wiener Solohornist schreibt in seinem Artikel über das Horn, dass solche "Passagen, doch eher Wunschträume denn Wirklichkeit wären……" Nein, die Hornisten haben das früher gekonnt. Man muss größten Respekt vor ihrem Können haben.Viele heutige Hornisten sitzen mit ihrem Geschmettere oft auf einem hohen Ross.
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